Handy-Verbot im Bus sorgt für rote Köpfe
27.07.2010
Wegen lärmenden Jugendlichen hat ein Innerschweizer ÖV-Betreiber Handys aus seinen Bussen verbannt. Nun wurde er zurückgepfiffen.
Nichtsahnend telefonierte Leser-Reporter Patrick Engel vergangenen Donnerstag in einem Fahrzeug der Seetaler Busbetriebe. Das Gespräch blieb von kurzer Dauer: «Stellen Sie ihr Handy ab», forderte der Buschauffeur den 17-jährigen Lehrling auf und zeigte auf das Verbots-Piktogramm. Engel packte sein Telefon ein, seine Wut stieg derweil. «Kaum zu glauben. Obschon ich der einzige Fahrgast war und niemanden störte, durfte ich nicht telefonieren.»
Handy-Verbot sorgt für Ruhe
Mit dem totalen Handy-Bann haben die Busbetriebe scheinbar übers Ziel hinausgeschossen: «Eigentlich wollten wir mit dem Piktogramm nicht das Telefonieren, sondern das Abspielen von Musik auf den Lautsprechern der Handys unterbinden», erklärt Barbara Kunz, Mitinhaberin der Seetaler Busbetriebe. Das Verbot sei Anfang Jahr eingeführt worden, nachdem Jugendliche immer wieder auf ihren Handys laut Musik gehört hätten. «Einer lässt Techno, der andere Hip-Hop laufen, das gibt einen ‚Meis’», so Kunz. Nach der Einführung des Verbots sei es in den Bussen deutlich ruhiger geworden, die Chauffeure seien froh über die zurückgewonnene Ruhe gewesen. Der 17-jährige Kochlehrling, der mit dem Bus jeden Tag zur Arbeit fährt, sieht dies anders: Er und seine Kumpels hätten nie im Bus Musik gehört, das sei Tabu.
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